Neue Doppelspitze für die LAG der freien Schulträger in Sachsen-Anhalt

19.06.2026

Die Landesarbeitsgemeinschaft christlich orientierter Schulen in freier Trägerschaft in Sachsen-Anhalt stellt sich neu auf: Sven Gora, Kaufmännischer Vorstand der Edith-Stein-Schulstiftung des Bistums Magdeburg, und Marco Eberl, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland, wurden für die kommenden fünf Jahre als neue Doppelspitze gewählt.

Damit wird die Interessenvertretung der freien christlich orientierten Schulträger in Sachsen-Anhalt künftig von Vertretern der beiden größten freien Schulträger im Land geführt. Beide bringen langjährige Erfahrung in der bildungspolitischen Arbeit mit und waren bereits Teil des Verhandlungsteams bei der Gesetzesnovellierung zur staatlichen Finanzhilfe.

Übergang an der Spitze der LAG

Mit der Wahl der neuen Doppelspitze knüpft die LAG an die langjährige Arbeit ihres bisherigen Sprechers Dr. Dietrich Lührs an. Der Direktor des Ökumenischen Domgymnasiums Magdeburg tritt in den Ruhestand und wurde im Rahmen der Sitzung von den Mitgliedern der LAG verabschiedet. Die beiden neuen Sprecher würdigten sein großes Engagement für das freie Schulwesen in Sachsen-Anhalt und dankten ihm für seinen prägenden Einsatz.

Kontinuität und Neuaufstellung

„Für das in uns gesetzte Vertrauen danke ich den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft ausdrücklich. Als freie Schulträger stehen wir mit Blick auf die Landtagswahlen vor großen Aufgaben, die wir gemeinsam mit ganzer Kraft angehen werden“, sagte Sven Gora.

Zu den zentralen Themen der LAG gehören unter anderem die Weiterentwicklung der Schulqualität, eine abgestimmte Schulentwicklungsplanung sowie die nachhaltige Finanzierung freier und staatlicher Schulen in Stadt und Land.

Freie Schulen in Sachsen-Anhalt

Aktuell besuchen rund 22.000 Schülerinnen und Schüler freie allgemeinbildende Schulen sowie 5.500 Schülerinnen und Schüler freie berufsbildende Schulen in Sachsen-Anhalt. Das entspricht mehr als zwölf Prozent aller Schülerinnen und Schüler im Land.

Die vollständige Pressemitteilung der LAG finden Sie hier.

Campus Cultiva eröffnet: Jetzt für den „Blauen Kompass“ abstimmen

18.06.2026

An der St. Mauritius-Sekundarschule in Halle (Saale) ist mit „Campus Cultiva“ ein besonderer Lernort entstanden: ein Gewächshaus mit Aquaponikanlage, das Pflanzenanbau und Fischzucht in einem ressourcenschonenden Kreislauf verbindet.

Am 12. Juni 2026 wurde das Projekt feierlich eröffnet und gesegnet. Gemeinsam mit Schulleitung, Vorstand sowie Schülerinnen und Schülern wurden die ersten Pflanzen gesetzt.

Ein Lernort für Klimaanpassung und Nachhaltigkeit

Mit Campus Cultiva erleben Schülerinnen und Schüler ganz praktisch, wie nachhaltige Lebensmittelproduktion auch unter veränderten Klimabedingungen gelingen kann. In der Aquaponikanlage wirken Pflanzen und Fische in einem geschlossenen Wasserkreislauf zusammen: Die Ausscheidungen der Fische dienen als natürlicher Dünger für die Pflanzen, während diese das Wasser reinigen.

So wird sichtbar, wie Ressourcen geschont, Wasser im Kreislauf genutzt und Lebensmittel lokal erzeugt werden können. Das Gewächshaus ermöglicht zudem eine witterungsunabhängige Produktion und zeigt beispielhaft, wie Anpassung an die Folgen des Klimawandels konkret umgesetzt werden kann.

Lernen durch eigenes Tun

Campus Cultiva ist nicht nur ein Gewächshaus, sondern ein praxisnaher Lern- und Erfahrungsraum. Schülerinnen und Schüler waren bereits während der Umsetzung aktiv eingebunden – vom Abstecken und Ausheben der Baugrube über das Zusammenbauen der Schalung bis hin zum Gießen des Fundaments.

Auch künftig wird das Projekt in den Unterricht und die Freien Studien eingebunden. Die Schülerinnen und Schüler können beobachten, analysieren, pflanzen, ernten und erleben den Weg von der Produktion bis zur Verarbeitung der Lebensmittel.

Starke Unterstützung für ein zukunftsweisendes Projekt

Möglich wurde Campus Cultiva durch die Unterstützung der Bayer-Stiftung im Rahmen des Förderprogramms Science@School, den Förderverein der St. Mauritius-Sekundarschule sowie die EVH, den städtischen Energieversorger aus Halle (Saale), der eine Photovoltaik-Anlage für das Gewächshaus bereitstellt.

Darüber hinaus konnten über den Förderpreis für Berufsorientierung „BOF 5.000“ der Handwerkskammer Halle (Saale) und der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau zwei moderne Mikroskope angeschafft werden. Sie sollen künftig für die Beobachtung und Analyse von Pflanzen und Wasserqualität eingesetzt werden.

Nominierung für den „Blauen Kompass“ 2026

Campus Cultiva ist für den bundesweiten Wettbewerb „Blauer Kompass“ 2026 nominiert. Aus knapp 500 eingereichten Projekten wurde das Gewächshausprojekt als eines von 25 Projekten deutschlandweit ausgewählt.

Im Rahmen des Wettbewerbs läuft aktuell ein öffentliches Online-Voting für den Community-Preis. Mit dem Preis wären 25.000 Euro verbunden, die direkt in die Weiterentwicklung und den Ausbau von Campus Cultiva fließen könnten.

Aktuell liegt Campus Cultiva beim Online-Voting auf Platz 1. Damit hat das Projekt eine echte Chance auf den Community-Preis.

Jetzt für Campus Cultiva abstimmen

Das Online-Voting läuft noch bis zum 23. Juni 2026.

Hier geht es direkt zur Abstimmung:
https://www.umweltbundesamt.de/form/voting-blauer-kompass

Wichtig: Nach Eingabe der E-Mail-Adresse muss der Link in der Bestätigungs-Mail angeklickt werden. Erst dann zählt die Stimme.

St. Mauritius-Sekundarschule empfängt Jury des Deutschen Schulpreises

16.06.2026

Zwei intensive Tage an der St. Mauritius-Sekundarschule in Halle (Saale): Im Rahmen des Deutschen Schulpreises 2026 war ein Juryteam vor Ort, um Unterricht, Schulleben und das besondere pädagogische Konzept der Schule kennenzulernen. Auch die Presse begleitete den Abschluss des Jurybesuchs.

Ein besonderer Schritt im Auswahlverfahren

Die St. Mauritius-Sekundarschule in Halle (Saale) gehört zu den Top 20 Schulen im Wettbewerb um den Deutschen Schulpreis 2026. Aus 87 Bewerbungen aus ganz Deutschland und dem Netzwerk der Deutschen Auslandsschulen wurde sie von einer rund 50-köpfigen Jury aus Bildungswissenschaft, Schulpraxis und Verwaltung für die nächste Runde ausgewählt.

Am 3. und 4. Juni folgte nun der nächste wichtige Schritt im Auswahlverfahren: Ein Juryteam besuchte die einzige katholische Sekundarschule in Sachsen-Anhalt, um sich vor Ort ein umfassendes Bild von der Schule zu machen.

Einblicke in Unterricht und Schulleben

Während des zweitägigen Besuchs erhielten die Jurymitglieder vielfältige Einblicke in Unterricht, Schulleben, Ganztagsangebote, Freie Studien, Berufsorientierung und die Zusammenarbeit innerhalb der Schulgemeinschaft. Auf dem Programm standen Unterrichtsbesuche sowie Gespräche mit der Schulleitung, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Kooperationspartnern.

Dabei wurde deutlich, was die St. Mauritius-Sekundarschule auszeichnet: eine klare pädagogische Haltung, verlässliche Beziehungen, individuelle Förderung und eine starke Orientierung an den Zukunftswegen der Jugendlichen. Die Schule zeigt, wie gute Schulentwicklung auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen gelingen kann – durch Struktur, Zusammenarbeit und eine Schulgemeinschaft, die junge Menschen sieht und stärkt.

Pädagogisches Konzept mit eigener Handschrift

Die St. Mauritius-Sekundarschule arbeitet auf Grundlage der Marchtaler Planpädagogik, die am Standort Halle durch eine eigene Prägung weiterentwickelt wurde. Dieses Konzept verbindet Werteorientierung, strukturiertes Lernen und individuelle Förderung auf besondere Weise.

Junge Menschen werden in ihrer Vielfalt angenommen, in ihrer Verantwortung gestärkt und in ihrem Lernen als Teil einer Gemeinschaft begleitet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem gebundenen Ganztag sowie der engen Verzahnung von Fachunterricht und projektorientierten Lernformaten.

Berufsorientierung als roter Faden

Besonders sichtbar wurde während des Jurybesuchs auch die konsequente Berufsorientierung der Schule. Praktische Erfahrungen, Kooperationen mit außerschulischen Partnern und die frühzeitige Auseinandersetzung mit beruflichen Perspektiven sind fest im Schulalltag verankert.

So werden Schülerinnen und Schüler nicht erst am Ende ihrer Schulzeit, sondern kontinuierlich auf ihren weiteren Weg vorbereitet. Sie erhalten Raum, eigene Stärken zu entdecken, Verantwortung zu übernehmen und konkrete Perspektiven für Ausbildung, Beruf und weitere Bildungswege zu entwickeln.

Anerkennung für die gesamte Schulgemeinschaft

Die Top-20-Auswahl ist bereits jetzt eine besondere Anerkennung für die Arbeit der gesamten Schulgemeinschaft: für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeitende, Eltern, Kooperationspartner und die Schulleitung.

Sie würdigt eine Schule, die junge Menschen in den Mittelpunkt stellt und Bildung nicht allein als Wissensvermittlung versteht, sondern als Begleitung auf dem Weg zu Selbstständigkeit, Verantwortung und Zukunftszuversicht.

Für die Edith-Stein-Schulstiftung ist die Auswahl ebenfalls ein besonderer Moment. Die St. Mauritius-Sekundarschule ist die einzige Sekundarschule der Stiftung und zugleich die einzige katholische Sekundarschule in Sachsen-Anhalt. Eine Auszeichnung mit dem Deutschen Schulpreis wäre für die Stiftung eine Premiere.

Pressegespräch zum Abschluss

Zum Abschluss des Jurybesuchs fand ein Pressegespräch statt. Mehrere Medienvertreterinnen und -vertreter nutzten die Gelegenheit, mit Mitgliedern des Juryteams sowie Vertreterinnen und Vertretern der Schule ins Gespräch zu kommen und mehr über das pädagogische Konzept, die Schulentwicklung und die besondere Bedeutung der Top-20-Auswahl zu erfahren.

Auch in der Berichterstattung wurde deutlich, welche Aufmerksamkeit die St. Mauritius-Sekundarschule mit ihrer Nominierung erhält.

Wie es weitergeht

Am 18. Juni entscheidet sich, welche Schulen unter die Top 15 kommen und damit zur feierlichen Preisverleihung nach Berlin eingeladen werden. Die Preisverleihung findet am 29. September 2026 statt.

Unabhängig vom weiteren Verlauf zeigt die Top-20-Auswahl schon jetzt, welche Qualität, Innovationskraft und Haltung in der St. Mauritius-Sekundarschule gelebt werden – und wie viel möglich ist, wenn Schule konsequent vom jungen Menschen her gedacht wird.

Weitere Berichterstattung

Auch regionale Medien haben über den Jurybesuch und die Top-20-Auswahl der St. Mauritius-Sekundarschule berichtet:

  • Beitrag bei Du bist Halle.de: [Link einfügen]
  • Beitrag des MDR: [Link einfügen]

 

Bildrechte: Edith-Stein-Schulstiftung

„Demokratie leben!“ – Gemeinsamer Aktionstag an unseren Schulen

10.06.2026

An unseren Schulen wird Demokratie nicht nur besprochen, sondern erlebt.

Beim gemeinsamen Aktionstag „Demokratie leben!“ stellen die acht Schulen der Edith-Stein-Schulstiftung am 12. Juni 2026 zeitgleich demokratische Werte, Haltungen und Handlungskompetenzen in den Mittelpunkt.

An den jeweiligen Standorten haben Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften Programme, Projekte und Workshops entwickelt, die zur aktiven Beteiligung einladen und demokratische Prozesse erfahrbar machen – konzentrierter und handlungsorientierter, als dies im Unterrichtsalltag oft möglich ist.

Die Angebote sind auf die unterschiedlichen Altersgruppen und Schulformen abgestimmt. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Erfahrungen, respektvoller Austausch, die Übernahme von Verantwortung sowie das praktische Einüben demokratischer Werte und Handlungsweisen.

Mit diesem Aktionstag setzen die Schulen der Edith-Stein-Schulstiftung gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt, Mitbestimmung und eine lebendige demokratische Kultur.

So gestalten unsere Schulen den Aktionstag

Die Schülerinnen und Schüler der St. Franziskus-Grundschule Halle (Saale) erarbeiten unter dem Motto „Ein Tag und ein Zeichen der Demokratie“ faire Pausenregeln und stimmen in einer Schülervollversammlung über die entwickelten Pausenmodelle ab. Das Ergebnis wird als Pausenplan und Regelplakat sichtbar gemacht und anschließend in einer Testphase erprobt.

Die St. Mechthild-Grundschule Magdeburg strebt die Mitgliedschaft im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an und bereitet die Bewerbung vor. Angeleitet wird das Vorhaben von einer AG, die sich zu diesem Zweck gegründet hat und sich aus Mitarbeitenden der Schule, des Hortes sowie engagierten Eltern zusammensetzt.

Die St. Martin-Grundschule Oschersleben findet über die Buchlesungen „Im Dschungel wird gewählt“ und „Als die Raben noch bunt waren“ einen Zugang zum Thema, der durch vertiefende praktische Angebote im Anschluss ergänzt wird.

Ähnlich nähert sich die St. Hildegard-Grundschule Haldensleben der Thematik. Über die Buchlesungen „Im Dschungel wird gewählt“ sowie für die 3. und 4. Klassen „Was ist Rassismus?“ wird Demokratie erfahrbar gemacht und durch die Wahl eines Kreativprojekts praktisch eingeübt.

Unter dem Motto „Demokratie leben – Vielfalt an der SMS zeigen“ ist der Demokratietag an der St. Mauritius-Sekundarschule Halle (Saale) unter Beteiligung von Schülerinnen und Schülern geplant. Zwischen einer gemeinsamen Auftakt- und Abschlussveranstaltung sammeln die Schülerinnen und Schüler in altersgerechten Workshops mit künstlerischen und medialen Schwerpunkten sowie durch Theateraufführungen mit anschließenden Diskussionsrunden praktische Demokratieerfahrungen. Ein Höhepunkt des Tages ist für die Sekundarschule die Einweihung des Gewächshauses, das im Rahmen des Wettbewerbs „Blauer Kompass“ gebaut worden ist.

Das Elisabeth-Gymnasium Halle (Saale) möchte mit dem Demokratietag ein ermutigendes Zeichen in unübersichtlicher Zeit setzen. In der Programmplanung verbinden sich staatliche wie kirchliche Anliegen mit den konzeptionellen Leitlinien, als „Schule ein Ort des Dialogs und der menschlichen Gemeinschaft in Vielfalt“ zu sein und exemplarisch an „Wurzeln und Flügeln“ zu arbeiten. Auch hier hat die Demokratie-AG des Elisabeth-Gymnasiums nicht nur das Motto des Tages entwickelt, sondern einen Großteil der Vorbereitungsarbeit geleistet. Dem Alter der Schülerinnen und Schüler entsprechend sind kreative Workshops zum Thema „Lichtpunkte der Demokratie“, Theaterworkshops sowie Gespräche mit Verantwortungsträgern aus Stadt- und Stadtrat, Landtag und Bundestag sowie mit Vertreterinnen und Vertretern aus politischer Bildung, Wissenschaft, Kirche, Zivilgesellschaft und Medien geplant.

Darüber hinaus werden die Lerngruppen der Kursstufe gemeinsam mit Forschenden des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung (Halle) Herausforderungen diskutieren, die sich aus dem Anspruch ergeben, „menschliche Gemeinschaft in Vielfalt zu leben“.

Das Liborius-Gymnasium Dessau-Roßlau knüpft an die Wochen der Demokratie an, die durch eine Vielzahl von Veranstaltungen geprägt waren. Ausstellungen, Kreativworkshops, Besuche im Landtag sowie Projekte mit Axel Reitz und Ben Salomo bereicherten den Schulalltag.

Auch das Norbertusgymnasium Magdeburg führt den „Tag der Demokratie am Norbi“ mit Projekten, Workshops und Diskussionsrunden fort. Im Mittelpunkt stehen unter anderem das Schüler:innenparlament, Social Media und Fake News, verfolgte Gläubige im Nationalsozialismus sowie die Auseinandersetzung mit der DDR-Diktatur, die durch eine Führung in der Gedenkstätte Moritzplatz vertieft wird.

Wir wünschen allen Beteiligten einen spannenden Demokratietag, inspirierende Begegnungen und viele Erfahrungen, die zeigen: Demokratie lebt vom Mitmachen.

Für den Erhalt einer freien und vielfältigen Bildungslandschaft

09.06.2026

Gemeinsame Stellungnahme von Akteurinnen und Akteuren der frühkindlichen, schulischen sowie außerschulischen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung in Sachsen-Anhalt.

 

1. Wofür wir stehen: Bildung als gesellschaftlicher Grundauftrag

Bildung ist mehr als Wissensvermittlung. Sie ist der Raum, in dem Menschen sich als selbstbestimmte, kritisch denkende und sozial verantwortliche Individuen entwickeln. Dieses Verständnis liegt dem Wirken unserer Einrichtungen zugrunde.

Wir stehen für eine Bildungslandschaft, die

  • offen und inklusiv ist – für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Förderbedarf oder Lebensalter;
  • plural und kontrovers bleibt – und unterschiedliche Perspektiven als Qualitätsmerkmal begreift, nicht als Problem;
  • wissenschaftsbasiert und pädagogisch verantwortlich arbeitet – ohne parteipolitische Vorfestlegung von Inhalten und Lernzielen;
  • demokratische Grundwerte nicht nur lehrt, sondern selbst verkörpert – in Strukturen, Prozessen und Haltungen;
  • lebenslang zugänglich ist – von der Kita bis zur Erwachsenenbildung, niedrigschwellig und gesellschaftlich durchlässig.

Diese Bildungslandschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger demokratischer Entwicklung, gesellschaftlicher Auseinandersetzung und pädagogischen Engagements. Sie zu bewahren und gegen jede politische Vereinnahmung zu schützen, ist gemeinsame Verantwortung.

2. Was auf dem Spiel steht: Die Vorhaben des AfD-„Regierungsprogramms“

Das Programm der AfD Sachsen-Anhalt zur bevorstehenden Landtagswahl kündigt einen grundlegenden Umbau des Bildungssystems an. Ausgangspunkt ist eine umfassende Krisen- und Verfallsdiagnose. Es ist von einer „Krise des Geistes“, „Kuschelpädagogik“ und „politischer Einflussnahme“ die Rede. Damit werden weitreichende Eingriffe in Inhalte, Strukturen und pädagogische Praxis begründet.

Im Bereich der frühkindlichen Bildung plant die AfD eine Überarbeitung des Bildungsprogramms „Bildung: elementar“. Das offene Konzept in Kindertageseinrichtungen, das Selbstbestimmung und Beteiligung von Kindern betont, soll zurückgedrängt werden.

Für den schulischen Bereich ist eine Neuausrichtung von Aufgaben, Inhalten und Strukturen vorgesehen. Insbesondere Integration und Inklusion werden nicht länger als Aufgaben von Schule verstanden. Damit werden zentrale Prinzipien moderner Bildung zurückgewiesen – insbesondere gemeinsame Beschulung und gleichberechtigte Teilhabe. Statt die strukturellen Herausforderungen im Bildungssystem zu benennen, werden Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf pauschal problematisiert und gegen gemeinsames Lernen ausgespielt.

Darüber hinaus greift das AfD-Programm in die Strukturen des Bildungssystems ein. Es fordert die Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht – ein fundamentaler Bruch mit zentralen Prinzipien staatlicher Bildungsverantwortung mit weitreichenden Folgen für Bildungsbiografien und gesellschaftliche Teilhabe. Zugleich sollen der Zugang zum Gymnasium begrenzt, die soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems eingeschränkt und die Studienförderung stärker leistungsorientiert ausgerichtet werden.

Lehrpläne und Lehrmittel sollen künftig politischen Vorgaben unterworfen werden, anstatt fachlich und wissenschaftsbasiert entwickelt zu werden. Das von der AfD geforderte „strenge Neutralitätsgebot“ verkennt, dass Bildungsarbeit nicht wertneutral ist, sondern an den Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung orientiert bleibt. Maßstab politischer Bildung ist dabei der Beutelsbacher Konsens.

Schule wird als ein Bereich beschrieben, in dem das „demokratische Prinzip fehl am Platz“ sei. Entsprechend sollen Mitwirkungsrechte schulischer Gremien sowie von Eltern und Schülerinnen und Schülern deutlich beschnitten und pädagogische Entscheidungen stärker zentralisiert werden. Schule erscheint damit nicht mehr als Ort demokratischer Beteiligung und gemeinsamer Verantwortung, sondern als hierarchisch gesteuerte Institution.

Besonders deutlich zeigt sich die Neuausrichtung im Geschichtsunterricht. An die Stelle einer kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit soll eine stärkere Betonung positiv aufgeladener nationaler Narrative treten. Diese Verschiebung ist ideologisch motiviert und zielt darauf, die Beschäftigung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus zurückzudrängen.

Zugleich wird Patriotismus in einem ausdrücklich nationalen Verständnis als Bildungs- und Erziehungsziel formuliert. Die Forderung, Schulen sollten „mehr Flagge zeigen“, zielt auf die verbindliche Präsenz nationaler Symbolik im Schulalltag. Gleichzeitig richtet sich das Programm gegen die Sichtbarkeit gesellschaftlicher und sexueller Vielfalt. Regenbogenflaggen sollen an Schulen untersagt und traditionelle Familienbilder als Norm vermittelt werden. Andere Lebensentwürfe erscheinen damit nicht als gleichberechtigter Teil gesellschaftlicher Realität.

Auch fachliche Schwerpunktsetzungen und internationale Austauschprogramme sollen politisch ausgerichtet werden. So werden der Ausbau des Russischunterrichts sowie entsprechende Schüleraustauschprogramme mit Russland ausdrücklich befürwortet. Diese Akzentsetzung steht im Zusammenhang mit Positionierungen führender AfD-Vertreter, die eine Nähe zur autoritären Kreml-Führung erkennen lassen.

Auch außerschulische Bildung und Erwachsenenbildung sollen künftig stärker politisch gesteuert werden. Besonders deutlich zeigt sich dies am geplanten Umbau der Landeszentrale für politische Bildung. Sie soll durch ein „Landesinstitut für staatspolitische Bildung und kulturelle Identität“ ersetzt werden – eine Bezeichnung, die an das frühere „Institut für Staatspolitik“ des rechtsextremen Verlegers Götz Kubitschek erinnert. Damit würde politische Bildung nicht mehr primär auf demokratische Urteilsbildung, sondern auf ideologisch definierte Vorstellungen von „staatspolitischer“ Loyalität und national verstandener kultureller Identität verpflichtet.

Staatliche Fördermittel würden dann stärker an politisch-weltanschauliche Kriterien gebunden. Einrichtungen, die den „patriotischen“ Vorgaben nicht entsprechen, könnten von Mitteln ausgeschlossen werden. Das würde den Trägerpluralismus bedrohen, der die Stärke der Erwachsenenbildung ausmacht: Volkshochschulen, gewerkschaftliche und kirchliche Träger, zivilgesellschaftliche Organisationen – sie alle wären betroffen. So kündigt das Programm an, die Förderung der Evangelischen Akademie wegen ihrer von der AfD abgelehnten Bildungsarbeit einzustellen. Damit wird deutlich, dass öffentliche Förderung künftig stärker an politischer Übereinstimmung mit den Vorstellungen der AfD ausgerichtet werden soll.

Bildungseinrichtungen sowie die sie tragenden zivilgesellschaftlichen Organisationen und Fördervereine sind Orte, an denen Demokratie freiwillig und niedrigschwellig gelernt und gelebt wird. Menschen erwerben hier Grundkompetenzen, reflektieren gesellschaftliche Entwicklungen und qualifizieren sich weiter – selbstbestimmt und ohne staatliche Vorgaben für Inhalte und Weltanschauungen. Dieser Raum wäre durch die geplanten Veränderungen unmittelbar in seiner Existenz bedroht.

Außerschulische Bildung macht Demokratie im Alltag erfahrbar. In Jugendverbänden, Kulturprojekten, Bildungsstätten, Vereinen und zivilgesellschaftlichen Initiativen lernen Menschen, Verantwortung zu übernehmen, ihre Interessen zu vertreten und gesellschaftliche Vielfalt als Stärke zu begreifen. Diese Räume zu schützen, ist eine demokratische Notwendigkeit. Werden sie politisch kontrolliert oder geschwächt, verliert Demokratie einen Teil ihres lebendigen Fundaments.

3. Unser Bekenntnis

Wir, die unterzeichnenden Akteurinnen und Akteure der Bildungslandschaft in Sachsen-Anhalt, treten dem skizzierten Umbau entschieden entgegen – aus Verantwortung für die Menschen, mit denen wir arbeiten, und für eine offene und demokratische Gesellschaft.

Wir bekennen uns zu einer Bildung, die Menschen stärkt statt formt, konstruktive Kritik fördert statt unterbindet und Vielfalt als Ressource versteht statt als Bedrohung.

Wir bekennen uns zu einem Bildungssystem, in dem Fachkräfte in Bildung, Erziehung und Sozialarbeit pädagogisch urteilen dürfen und müssen, in dem Träger unabhängig von politischer Wohlgefälligkeit gefördert werden und in dem Menschen jeden Alters gleichberechtigt Zugang zu Bildung haben.

Wir bekennen uns zu einem vielfältigen demokratischen Schulwesen, in dem die verfassungsrechtlich verankerte Schulpflicht weiterhin sowohl an Schulen in staatlicher als auch in freier Trägerschaft erfüllt werden kann.

Wir bekennen uns zu einem Geschichtsbewusstsein, das die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht relativiert oder verdrängt – und zu einer politischen Bildung, die Kontroverse nicht als Defizit, sondern als Kern demokratischer Auseinandersetzung begreift.

Diese Bildungslandschaft ist das Ergebnis jahrzehntelanger demokratischer Entwicklung und gesellschaftlichen Engagements. Sie gegen politische Vereinnahmung und ideologische Verengung zu verteidigen, bleibt unsere gemeinsame Verantwortung.

Die Erstunterzeichner

Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt gGmbH | Deutscher Gewerkschaftsbund Sachsen-Anhalt | Edith-Stein-Schulstiftung des Bistums Magdeburg | Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e. V. | Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland St. Johannes | Evangelisches Predigerseminar Wittenberg | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Sachsen-Anhalt | Grundschulverband e. V., Landesgruppe Sachsen-Anhalt | Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e. V. | Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Sachsen-Anhalt e. V. | Landesverband der Volkshochschulen Sachsen-Anhalt e. V. | Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt | .lkj) – Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. | Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, Landeskoordination Sachsen-Anhalt | Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt | Verband deutscher Privatschulen Sachsen-Anhalt e. V. | Verband für Erwachsenenbildung in Sachsen-Anhalt e. V. | ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

                                                                                                       27.05.2026

Liborius-Gymnasium Dessau ist Energiesparmeister 2026 in Sachsen-Anhalt

03.06.2026

Großer Erfolg für das Liborius-Gymnasium Dessau: Die Schule ist Energiesparmeister 2026 in Sachsen-Anhalt. Ausgezeichnet wurde die Konsumwandel-AG der Schule mit ihrem selbst entwickelten Nachhaltigkeitslabel „Grüner Pfau“.

Nachhaltigkeit sichtbar machen

Mit dem „Grünen Pfau“ machen die Schülerinnen und Schüler nachhaltiges Verhalten im Schulalltag sichtbar. Das Label findet sich an verschiedenen Orten im Schulhaus und auf dem Schulgelände – zum Beispiel am Fahrradständer oder am Wasserspender. Dort zeigt es ganz konkret, wo Ressourcen geschont, Verpackung vermieden oder CO₂ eingespart werden kann.

Entstanden ist die Idee in der Konsumwandel-AG, die sich bereits seit mehreren Jahren für eine nachhaltige Lebensweise an der Schule engagiert. Der „Grüne Pfau“ knüpft bewusst an die Identität des Liborius-Gymnasiums an: Der Pfau ist ein Symbol für den heiligen Liborius, den Namenspatron der Schule. So verbindet das Projekt Klimaschutz im Schulalltag mit einem Zeichen, das zur Schule und ihrer Geschichte gehört.

Chance auf den Bundessieg

Mit ihrem Projekt konnte die AG die Jury des bundesweiten Energiesparmeister-Wettbewerbs überzeugen. Als Landessieger erhält das Liborius-Gymnasium 2.500 Euro Preisgeld sowie Unterstützung durch die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA).

Nun hat die Schule die Chance auf den Bundessieg. Im Online-Voting tritt das Liborius-Gymnasium gegen die Landessieger der anderen Bundesländer an. Bei einem Bundessieg winken weitere 2.500 Euro Preisgeld. Die Preisverleihung findet am 26. Juni im Bundesumweltministerium in Berlin statt.

Jetzt abstimmen

Vom 3. bis 17. Juni 2026 kann täglich abgestimmt werden: Voting | Energiesparmeister

Jede Stimme zählt. Unterstützen Sie das Liborius-Gymnasium Dessau auf dem Weg zum Bundessieg!

Wer mehr über die Idee, die Umsetzung und die Hintergründe des Projekts erfahren möchte, findet hier die ausführliche Projektbeschreibung: Projektbeschreibung „Grüner Pfau“

 

Bildrechte: Liborius-Gymnasium / www.energiesparmeister.de

Elisabeth-Gymnasium erfolgreich beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“

22.05.2026

Mit Forschergeist ins Bundesfinale

Schülerinnen und Schüler des Elisabeth-Gymnasiums Halle haben beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Halle (Saale) mit gleich drei Projekten überzeugt. Unter dem Motto „Maximale Perspektive“ präsentierten sie auf dem Weinberg Campus ihre Forschungsideen und stellten sich den Fragen von Jury und Fachpublikum.

Insgesamt wurden beim Landeswettbewerb 23 Forschungsprojekte von 35 Jungforscherinnen und Jungforschern vorgestellt. Drei Projekte des Elisabeth-Gymnasiums hatten sich zuvor in den Regionalwettbewerben durchgesetzt und für den Landeswettbewerb qualifiziert.

Drei Projekte, mehrere Auszeichnungen

Im Fachgebiet Arbeitswelt untersuchten Joschua Helbig und Johan Friedrich Schlosser aus Jahrgang 5, wie sich Gaming und E-Sport auf Stress bei Kindern auswirken. Für ihre Fragestellung und sorgfältige Untersuchung erhielten sie einen 2. Platz sowie einen Sonderpreis.

Ebenfalls im Fachgebiet Arbeitswelt wurde Franziska Than aus Jahrgang 10 ausgezeichnet. Sie beschäftigte sich mit Möglichkeiten, den Hitzeeintritt durch Fenster zu verringern. Für ihr Umweltprojekt erreichte sie den 2. Platz und erhielt zusätzlich zwei Sonderpreise.

Besonders erfolgreich war Konrad Fassian aus Jahrgang 9 im Fachgebiet Technik. Er entwickelte einen kostengünstigen elektrischen Linearantrieb, der in ein Rennsimulator-Gestell integriert wird und ein realistischeres Fahrgefühl ermöglichen soll. Für sein Projekt erhielt er den 1. Platz sowie einen Sonderpreis und qualifizierte sich damit für das Bundesfinale.

Bundesfinale Ende Mai

Das 61. Bundesfinale von „Jugend forscht“ findet vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und die Schaeffler AG als Bundespate.

Wir gratulieren allen Teilnehmenden herzlich zu ihren Leistungen und wünschen Konrad Fassian viel Erfolg beim Bundesfinale.

Solche Erfolge entstehen dort, wo junge Menschen ermutigt werden, Fragen zu stellen, Ideen weiterzudenken und eigene Lösungen zu entwickeln. Unser Dank gilt allen Lehrkräften, Betreuenden und Familien, die die Projekte begleitet und unterstützt haben.

Bildrechte: Marco Warmuth

Letzter Einsatz als Laufbahn-Prüferin für Katholische Religion

21.05.2026

Mitte Mai beendete die Fachseminarleiterin für Katholische Religion, Frau Emanuela Salomon,  Ihren Dienst als Mitglied der Prüfungskommission zum Abschluss des II. Staatsexamens von Lehramtsanwärtern. Frau Salomon hat in den letzten 10 Jahren Ihres Dienstes als Fachseminarleiterin mehrere Dutzend Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst für das Fach Katholische Religion ausgebildet und in deren ersten Unterrichten begleitet und unterstützt. Ihr gilt unser großer Dank für Ihren Einsatz für das Fach und Ihr Engagement für jeden ihrer Auszubildenden. - Noch bis Ende September 2026 wird sie mit der Aufgabe der Fachseminarleitung betraut sein, der Stress einer zu bestehenden Laufbahnprüfung ihrer Zöglinge liegt nun aber hinter ihr. Eine Verabschiedungsfeier ist für den Herbst 26 geplant, der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Text und Bild: ESS 
Bildunterschrift: Frau Salomon (Mitte) mit ihren Prüfungskollegen Herr Dr. Schneider links, Frau Herms (daneben) und den Vertreterinnen von Ausbildungsschule und Schulträger, Frau Pogoda, Frau Erben-Grütz 

Demokratie lebt vom Mitmachen: Wochen der Demokratie am Liborius-Gymnasium Dessau

19.05.2026

Seit dem 4. Mai stehen am Liborius-Gymnasium Demokratie, Grundrechte und gesellschaftliche Verantwortung im Mittelpunkt. In Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, kreativen Aktionen und Diskussionen beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler mit der Frage, was Demokratie ausmacht und wie sie im Alltag gelebt werden kann. Die Demokratie-Wochen laufen noch bis zum 22. Mai.

Anlass ist der Tag des Grundgesetzes am 23. Mai. Das Grundgesetz bildet seit 1949 die Grundlage unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Es schützt Grundrechte, stellt die Würde des Menschen in den Mittelpunkt und beschreibt die Werte, auf denen unser Zusammenleben beruht.

Die Demokratie-Wochen machen diesen Zusammenhang für die Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Weise erfahrbar. Es geht nicht nur darum, Wissen über das Grundgesetz und seine Entstehungsgeschichte zu vermitteln. Die Jugendlichen setzen sich auch mit Menschenwürde, Toleranz, Verantwortung, politischer Teilhabe und dem Einsatz gegen Extremismus auseinander.

Demokratie verstehen und erleben

Bereits zum Auftakt der Demokratie-Wochen wurden verschiedene Ausstellungen eröffnet. Dazu gehört unter anderem die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten aus einem Kreativwettbewerb der Schülervertretung sowie Werke des ehemaligen Liborius-Schülers und Dessauer Künstlers Simon Muchau.

Die Ausstellungen laden dazu ein, sich mit Demokratie nicht nur abstrakt, sondern konkret auseinanderzusetzen: Welche Werte tragen unser Zusammenleben? Wo ist Demokratie gefährdet? Und welche Verantwortung hat jede und jeder Einzelne?

Auch Eltern und Interessierte können die Ausstellungen während der Öffnungszeiten des Schulgebäudes besuchen.

Kreative Zeichen für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde

Ein besonderer Bestandteil der Demokratie-Wochen waren zwei Graffiti-Workshops. Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 11 entwickelten dabei eigene Ideen, erarbeiteten Entwürfe und setzten diese anschließend auf großformatigen Planen um.

Gemeinsam mit dem Künstler xx und dem Pfadfinderstamm Jakobus, der am Liborius-Gymnasium seinen Sitz hat, entstanden sechs große Plakatwände. Sie setzen ein sichtbares Zeichen für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde und zeigen, welche Werte den Jugendlichen wichtig sind.

Die Workshops machten deutlich: Demokratie kann nicht nur besprochen, sondern auch kreativ gestaltet werden. So wurde aus eigenen Gedanken, Skizzen und Farben ein gemeinsamer Beitrag für ein demokratisches Miteinander.

Antisemitismus begegnen, Verantwortung stärken

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Begegnung mit dem Rapper Ben Salomo. In zwei Veranstaltungen sprach er mit Schülerinnen und Schülern über Antisemitismus und gesellschaftliche Verantwortung.

Gerade solche Gespräche machen deutlich, wie wichtig es ist, demokratische Werte nicht nur theoretisch zu behandeln. Sie geben jungen Menschen Raum, Fragen zu stellen, Erfahrungen einzuordnen und sich mit Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und Verantwortung auseinanderzusetzen.

Das Grundgesetz im Fokus: Vortrag und Diskussion

Das Grundgesetz selbst stand ebenfalls im Mittelpunkt der Demokratie-Wochen. Der Politikjournalist Ingo Espenschied nahm Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen mit auf eine multimediale Zeitreise zur Geschichte und Bedeutung des Grundgesetzes. Auch Oberbürgermeister Dr. Robert Reck sowie Vertreterinnen und Vertreter aus dem Stadtrat waren vor Ort. So verband sich die schulische Auseinandersetzung mit Demokratie mit der kommunalpolitischen Perspektive der Stadt.

Dabei ging es um die Entstehung der Verfassung, ihre Bedeutung für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie um die Frage, wie aktuell die Grundrechte bis heute sind.

Im Anschluss an den Vortrag gab es Raum für Fragen, Austausch und Diskussion. Im Mittelpunkt standen Fragen, die weit über den Unterricht hinausreichen: Was bedeutet Demokratie heute? Wo ist sie gefährdet? Wie kann sie geschützt werden? Und welche Verantwortung trägt jede und jeder Einzelne für ein demokratisches Miteinander? Gerade im Austausch zeigte sich: Demokratie lebt davon, dass Menschen bereit bleiben, sich mit anderen Positionen auseinanderzusetzen.

Der Vortrag machte deutlich: Das Grundgesetz ist kein fernes Dokument aus dem Geschichtsunterricht. Es betrifft Fragen, die bis heute aktuell sind und im Alltag immer wieder neu beantwortet werden müssen.

Schule als Ort demokratischer Bildung

Die Demokratie-Wochen am Liborius-Gymnasium zeigen, wie vielfältig demokratische Bildung sein kann. Schülerinnen und Schüler besuchen Ausstellungen, gestalten eigene Beiträge, diskutieren mit Gästen, setzen sich mit Extremismus und Antisemitismus auseinander, lernen politische Institutionen kennen und reflektieren ihre eigene Rolle in der Demokratie.

Genau darin liegt die Stärke solcher Projekte: Demokratie wird nicht nur erklärt, sondern erfahrbar. Junge Menschen erleben, dass ihre Fragen, Perspektiven und Haltungen zählen. Sie lernen, sich eine Meinung zu bilden, anderen zuzuhören und Verantwortung für das gemeinsame Zusammenleben zu übernehmen.

So wird Schule zu einem Ort, an dem Demokratie im Alltag konkret wird: durch Wissen, Austausch, kreative Beteiligung und die Erfahrung, dass jede Stimme zählt.

Bildrechte: Liborius-Gymnasium / Edith-Stein-Schulstiftung

 

Wir nehmen Abschied von Daniela Grave

11.05.2026

Über 35 Jahre war unsere Kollegin Frau Grave am Elisabeth-Gymnasium Halle (Saale) als Biologie-, Chemie- und Förderlehrerin tätig. Sie war durch ihre Menschlichkeit und Lebensfreude für viele Kolleginnen und Kollegen, ob als MAV-Vertreterin oder als Beraterin im pädagogischen Handeln ein Vorbild. Als Förderlehrerin hat sie viele Kolleginnen und Kollegen in ihrer pädagogischen Arbeit gestärkt sowie Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf dem Weg zum erfolgreichen Schulabschluss begleitet. Seit 2018 war Frau Grave auch als Inklusionsbeauftragte über ihre Schule hinaus an den Schulen der Edith-Stein-Schulstiftung für die Sicherung und Stärkung der inklusiven Arbeit erfolgreich tätig.

Bereiten wir ihr ein ehrendes und dankbares Gedenken und beten wir für ihre Familie um die stärkende und tröstende Nähe Gottes. Möge sie bei Gott das Leben in Fülle finden!